Hintergrund
Normec Verifavia hat kürzlich mit einem führenden Seeverkehrsunternehmen zusammengearbeitet, um dessen Programm für kohlenstoffarme Kraftstoffe zu verifizieren. Dieses Programm wurde als bilaterale Vereinbarung zwischen der Reederei und ihren Kunden konzipiert, um die Emissionsintensität ihrer Transportvorgänge durch die Umstellung auf nachhaltige Biokraftstoffe zu reduzieren. Diese Initiative ermöglichte es der Reederei, nicht nur ihre Scope-1-Emissionen zu berücksichtigen, sondern auch ihren Kunden, eine Reduzierung ihrer Scope-3-Emissionen geltend zu machen.
Der Verifizierungsprozess
Rahmen für die Verifizierung
Die Verifizierung wurde in Übereinstimmung mit dem Market-Based Measures Framework des Smart Freight Centre durchgeführt. Dadurch wurde die Glaubwürdigkeit und Genauigkeit der im Rahmen des Programms erzielten Emissionsreduzierungen sichergestellt.
Nachhaltigkeit von Biokraftstoff
Ein wichtiger Aspekt des Audits war die Bestätigung der Nachhaltigkeit des verwendeten Biokraftstoffs. Das Transportunternehmen legte einen Nachhaltigkeitsnachweis und Testergebnisse zur Kraftstoffqualität vor, um zu belegen, dass der Biokraftstoff die erforderlichen Standards erfüllte.
Methodik und Berechnungen
Normec Verifavia verglich die Energiedichte und Emissionsintensität des Biokraftstoffs (Used Cooking Oil - UCO) mit herkömmlichem Schiffskraftstoff (High Sulphur Fuel Oil - HSFO). Diese Berechnungen basierten auf dem EU RED II-Rahmen und verwendeten Daten aus den Unterlagen des Biokraftstofflieferanten.
Bewertung der Zusätzlichkeit
Es wurde eine Zusätzlichkeitsprüfung durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Emissionsminderungen rechtmäßig sind und nicht bereits berücksichtigt wurden.
Register und Zuteilung
Das Ergebnis der Überprüfung war ein gut entwickeltes Register für die Einbeziehung von Biokraftstoffen und die Zuteilung von Einsätzen. Dieses Register stellte sicher, dass die Zuteilungen ohne Doppelzählung erfolgten, was für Transparenz und Rechenschaftspflicht sorgte.
Vorteile der Prüfung des Programms für kohlenstoffarme Kraftstoffe
Für Schiffseigner/Manager
- Emissionsreduzierung: Die nachgewiesene Verwendung von Biokraftstoffen trägt zur Reduzierung der Scope-1-Emissionen und damit zu einem insgesamt geringeren Kohlenstoff-Fußabdruck bei.
- Einhaltung von Vorschriften: Gewährleistet die Einhaltung internationaler und regionaler Vorschriften zur Emissionsreduzierung und vermeidet potenzielle Bußgelder.
- Marktdifferenzierung: Demonstriert das Engagement für Nachhaltigkeit und zieht umweltbewusste Kunden und Partner an.
- Zukunftssicherheit: Vorbereitung auf künftige regulatorische Änderungen und Marktanforderungen, um langfristige Rentabilität und Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten.
Für Frachteigentümer
- Verringerung der Scope-3-Emissionen: Ermöglicht Frachteigentümern, die Verringerung ihrer Scope-3-Emissionen mit verifizierten Emissionsreduktionsgutschriften geltend zu machen.
- Verbessertes Ansehen: Demonstration des Engagements für Nachhaltigkeit, Verbesserung des Ansehens bei den Beteiligten.
- Wettbewerbsvorteil: Bietet einen Wettbewerbsvorteil, indem es umweltbewusste Kunden und Partner anlockt.
- Risikominderung: Hilft, regulatorische Risiken und potenzielle künftige Kosten im Zusammenhang mit Kohlenstoffpreisen und strengeren Vorschriften zu mindern.
- Beitrag zu globalen Zielen: Unterstützt die globalen Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels im Einklang mit internationalen Zielen wie dem Pariser Abkommen.
Schlussfolgerung
Das von Normec Verifavia durchgeführte Audit des Programms für kohlenstoffarme Kraftstoffe gab der Reederei die Gewissheit, dass ihr Einsatz von Biokraftstoffen zu einer echten und messbaren Emissionsreduzierung führte. Diese Überprüfung half der Reederei nicht nur dabei, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und die betriebliche Effizienz zu verbessern, sondern stellte auch sicher, dass ihre Kunden von den reduzierten Scope-3-Emissionen profitieren konnten. Das Programm zeigt, wie die Zusammenarbeit zwischen Spediteuren und Frachteigentümern zu erheblichen Fortschritten bei der Nachhaltigkeit im Güterverkehrssektor führen kann.
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