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2025 EU MRV-, EU ETS- und FuelEU Maritime-Verifizierungssaison: Erkenntnisse aus Sicht des Verifizierers

Die Compliance-Saison 2025 war für uns bei Normec Verifavia ein weiterer Meilenstein. Während sich die Schifffahrtsbranche weiterhin an die sich weiterentwickelnden Rahmenbedingungen von EU-MRV, EU-ETS und FuelEU Maritime anpasste, arbeiteten wir eng mit den Betreibern zusammen, um eine genaue, vorschriftsmäßige und fristgerechte Überprüfung ihrer Emissions- und Compliance-Berichte sicherzustellen.

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Ein großes Containerschiff, das mit auf dem Deck gestapelten Frachtcontainern über das offene Meer fährt und dabei die globale Logistik, den Seeverkehr, die Lieferkettenabläufe und den internationalen Handel symbolisiert.

Die Prüfungssaison 2025 in Zahlen 

Während der Berichtsperiode 2025 haben wir Folgendes erfolgreich abgeschlossen: 

  • Über 1.300 EU-MRV- und EU-ETS-Verifizierungen 
  • Über 1.300 „FuelEU Maritime“-Verifizierungen 
  • Über 200 EU-MRV-Verifizierungen für Schiffe unter 5.000 BRZ 
  • Verifizierung von über 15.000 Ro-Pax-Fahrten in THETIS  

Durch die Durchführung von mehr als 2.800 Verifizierungsaufträgen im Rahmen von EU-MRV, EU-ETS und „FuelEU Maritime“ erhielten wir einen einzigartigen Einblick in die erste vollständige Compliance-Saison der Branche. Über die Durchführung einer großen Anzahl von Überprüfungen hinaus lieferte diese Saison wertvolle Einblicke in die praktischen Herausforderungen, denen Betreiber gegenüberstehen, und zeigte Bereiche auf, in denen das Bewusstsein für die Vorschriften im Vorfeld des nächsten Berichtszyklus weiter gestärkt werden kann. 

Verbesserung der Einhaltung der Nachhaltigkeitsvorschriften für Biokraftstoffe 

Zu Beginn der Umsetzung von „FuelEU Maritime“ bestand eine wiederkehrende Herausforderung darin, dass mehrere Betreiber, die Biokraftstoffe einsetzten, sich der Verpflichtung zur Vorlage gültiger Nachhaltigkeitsnachweise (Proof of Sustainability, PoS) nicht bewusst waren. Dies führte zu Verzögerungen im Verifizierungsprozess. 

Unsere Lösung: Mithilfe unseres Emissions-Dashboards, unterstützt durch BDN-basierte Berichterstattung und API-integrierte Daten, identifizierten wir während der Überprüfung fehlende Nachhaltigkeitsnachweise. Anschließend berieten wir die Betreiber hinsichtlich der geltenden ISCC-Anforderungen und trugen so zu einer zeitnahen Überprüfung bei, während wir gleichzeitig das Bewusstsein für zukünftige Compliance-Zyklen schärften. 

Verwaltung der Ro-Pax-Meldungen 

Ro-Pax-Schiffe stellten einige der anspruchsvollsten Meldefälle dar, bedingt durch den Dual-Fuel-Betrieb, die Nutzung von Bio-LNG, OPS und das schiere Volumen der jährlichen Fahrten. Im Rahmen von „FuelEU Maritime“ erhöhte die Meldepflicht für alle Fahrten und Hafenanläufe die Komplexität der Berichterstattung zusätzlich, und die IT-Systeme der Betreiber lieferten oft nur begrenzte Daten auf Fahrt-Ebene. 

Unsere Lösung: Wir arbeiteten eng mit den Betreibern zusammen, um den Berichtsprozess zu optimieren, indem wir sie bei der Vorbereitung und Validierung mehrerer aufeinanderfolgender XML-Einreichungen unterstützten. Dadurch wurde sichergestellt, dass der vollständige jährliche Datensatz korrekt erfasst wurde. Für Dual-Fuel- und Bio-LNG-Szenarien haben wir zusätzliche Anleitungen zur Meldung von Kraftstoffverbrauchs- und OPS-bezogenen Daten bereitgestellt und den Betreibern dabei geholfen, ihre Meldungen an die geltenden Anforderungen des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) und von „FuelEU“ anzupassen. 

Ausnahmeregelungen und Befreiungen: Die Wissenslücke schließen 

Wir haben festgestellt, dass viele Betreiber mit den verschiedenen Ausnahmeregelungen und Befreiungen im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) und der „FuelEU Maritime“-Verordnung nicht vertraut waren, insbesondere dort, wo sich deren Anwendbarkeit zwischen den beiden Verordnungen unterscheidet. Dies führte häufig zu fehlerhaften oder fehlenden Meldungen in THETIS, was sich auf die Emissionsberechnungen und die Ergebnisse der Einhaltung der Vorschriften auswirkte. 

Unsere Lösung: Im Rahmen unseres kontinuierlichen Überprüfungsprozesses über unser Emissions-Dashboard haben wir die Anwendbarkeit der jeweiligen Ausnahmeregelungen geprüft und Fälle identifiziert, in denen diese falsch angewendet oder übersehen worden waren. Wir haben die Betreiber proaktiv hinsichtlich der korrekten Auslegung der Vorschriften und deren Anwendung in THETIS beraten und sie gleichzeitig für eine korrekte Berichterstattung in der Zukunft sensibilisiert. 

ISO-zertifizierte Kraftstoffklassifizierung 

Die Kraftstoffklassifizierung war ein weiterer Bereich, in dem Unstimmigkeiten auftraten. Betreiber klassifizierten Kraftstoffe häufig in erster Linie anhand des Schwefelgehalts, während die Berechnungen im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) und der „FuelEU Maritime“-Initiative eine Trennung der Kraftstoffe nach Viskosität gemäß den geltenden ISO-Kraftstoffnormen erfordern. Eine falsche Klassifizierung könnte sich direkt auf die Emissionsberechnungen und die Ergebnisse der Einhaltung der Vorschriften auswirken. 

Unsere Lösung: Durch die Kombination unserer API-gestützten Datenvalidierung mit BDN-basiertem Reporting konnten wir Abweichungen bei der Kraftstofftrennung während der Verifizierung effizient identifizieren. Wir überprüften die gemeldeten Kategorisierungen, wiesen bei Bedarf auf Korrekturen hin und leiteten die Betreiber zur korrekten Klassifizierungsmethodik an. 

Aktualisierungen der THETIS-Plattform während des Berichtszeitraums 

Während der Berichtsperiode wirkten sich Aktualisierungen der THETIS-Plattform auf die Berechnung der Treibhausgasintensität und der FuelEU-Konformitätsbilanzen für Schiffe der Eisklassen IA und IA Super aus. Zusätzliche Änderungen bei den Rundungsmethoden für Dezimalstellen führten zudem zu Abweichungen zwischen den vom Betreiber eingereichten Daten und den verifizierten Werten. 

Unsere Lösung: Um stets mit den neuesten Aktualisierungen von THETIS und EMSA Schritt zu halten, haben wir die überarbeiteten Berechnungsmethoden umgehend in unsere internen Verifizierungswerkzeuge und unsere digitale Verifizierungsplattform integriert. Anschließend haben wir die betroffenen Berichte neu berechnet und erneut validiert, um sicherzustellen, dass die verifizierten Ergebnisse vollständig mit der neuesten Berechnungsmethode übereinstimmen. 

Unterstützung der Ausweitung des EU-MRV-Systems 

Die Ausweitung des EU-MRV auf Schiffe zwischen 400 BRZ und 5.000 BRZ brachte neue Herausforderungen bei der Einhaltung der Vorschriften mit sich. Den Betreibern war nicht bewusst, dass diese Schiffe in den Geltungsbereich der Verordnung gefallen waren. Bei Offshore-Schiffen ergaben sich zusätzliche Unsicherheiten hinsichtlich der rechtlichen Definition eines Anlaufhafens und der Ermittlung meldepflichtiger Fahrten. 

Unsere Lösung: Wir prüften die Anwendbarkeit der Verordnung auf jedes einzelne Schiff, überprüften die Meldepflicht der Fahrten gemäß der Verordnung und gaben praktische Hinweise zum Geltungsbereich, zur Feststellung der meldepflichtigen Fahrten sowie zur Auslegung der Anforderungen an Anlaufhäfen für Offshore-Betriebe, sodass die Betreiber ihre Meldungen mit größerer Sicherheit und Genauigkeit vornehmen konnten. 

FuelEU-Flexibilitätsmechanismen 

Eine der wichtigsten Erkenntnisse für viele Betreiber ergab sich aus ihrer Unkenntnis der FuelEU-Maritime-Flexibilitätsmechanismen. Ihnen war nicht bewusst, wie diese strategisch eingesetzt werden können, um die Einhaltung der Vorschriften zu optimieren. 

Unsere Lösung: Während des gesamten Verifizierungsprozesses berieten wir die Betreiber hinsichtlich der regulatorischen Auswirkungen und der Eignung der verfügbaren Flexibilitätsmechanismen für ihre Schiffe. Dank unserer Vertrautheit mit zahlreichen Pooling-Plattformen halfen wir den Betreibern, die Optionen für Überschüsse, Defizite, die Anrechnung von Überschüssen und das Pooling besser zu verstehen und so ihre Gesamtkosten für die Einhaltung der Vorschriften zu senken. 

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