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Strategisches Lebenszyklusmanagement von Vermögenswerten gemäß dem Hongkonger Übereinkommen: Die entscheidende Notwendigkeit einer frühzeitigen Vorbereitung auf die IHM und der Recyclingbereitschaft

Da die globale Schiffsrecyclingbranche im Rahmen des Hongkonger Internationalen Übereinkommens über das sichere und umweltgerechte Recycling von Schiffen (HKC) auf eine strengere Einhaltung der Vorschriften zusteuert, hat die Bedeutung einer proaktiven Compliance-Planung für das Verzeichnis gefährlicher Stoffe (IHM) Teil I, Teil II und Teil III im gesamten maritimen Sektor erheblich zugenommen. Die kürzlich erfolgte Umsetzung der IMO-Entschließung MEPC.379(80), mit der die Leitlinien von 2023 für die Erstellung des Verzeichnisses gefährlicher Stoffe eingeführt wurden, hat zusammen mit den jüngsten Änderungen, die im April 2025 im Rahmen von MEPC.405(83) im April 2025 verabschiedet wurden, hat die Erwartungen der Branche hinsichtlich der Identifizierung gefährlicher Stoffe, der Genauigkeit der Dokumentation und der Vorbereitung auf das Recycling weiter verstärkt.

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Ein Containerschiff befördert Frachtcontainer auf See für den internationalen Güterverkehr.

Strategisches Lebenszyklusmanagement von Anlagen gemäß dem Hongkonger Übereinkommen: Die entscheidende Notwendigkeit einer frühzeitigen Vorbereitung auf die IHM und die Recyclingbereitschaft

Diese Entwicklungen zeigen deutlich, dass die Einhaltung der Vorschriften zum Schiffsrecycling nicht mehr nur als eine Anforderung am Ende der Lebensdauer betrachtet wird. Vielmehr wird sie zu einer wichtigen Verantwortung im Rahmen der Lebenszyklus-Compliance für Schiffsbetreiber, Flottenmanager, Klassifikationsgesellschaften und Akteure im Recyclingbereich.

Inkrafttreten und aktuelle Beobachtungen aus der Branche

Das Hongkong-Übereinkommen trat am 26. Juni 2025 offiziell in Kraft und markiert damit einen wichtigen Meilenstein für die globale Schifffahrtsindustrie. Infolgedessen stehen Schiffseigner nun unter zunehmendem Druck, sicherzustellen, dass ihre Flotten während der gesamten Betriebsdauer der Schiffe über aktuelle und technisch konforme IHM-Dokumentation verfügen.

Branchenexperten beobachten, dass viele Schiffsbetreiber und Flottenmanager derzeit aufgrund von Compliance-Vorbereitungen in letzter Minute mit betrieblichen Engpässen konfrontiert sind. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach HKC-konformen Recyclinganlagen und des zunehmenden Drucks seitens der Klassifikationsgesellschaften werden Unternehmensleiter dazu angehalten, die IHM-Vorbereitungen rechtzeitig abzuschließen, lange bevor für die Schiffe endgültige Stilllegungsentscheidungen anstehen.

Prognostizierte Nachfrage der Branche: Laut einer Branchenanalyse von BIMCO könnten in den nächsten zehn Jahren mehr als 16.000 Schiffe recycelt werden müssen. Dies dürfte mehr als doppelt so viele Schiffe sein, wie weltweit in den vergangenen zehn Jahren recycelt wurden. Infolgedessen wird erwartet, dass die Nachfrage nach IHM-bezogenen Dienstleistungen rasch steigen wird.

Um diesen massiven Anstieg bewältigen zu können, steigt der technische Bedarf stark an:

  • Vorbereitung und Pflege von IHM Teil I
  • Probenahme von Gefahrstoffen und Laboranalysen
  • Dokumentation der im Betrieb anfallenden Abfälle gemäß Teil II
  • Erstellung des Lagerbestandsverzeichnisses gemäß Teil III
  • Überprüfung der Einhaltung der HKC-Vorschriften
  • Materialerklärung (MD)
  • Konformitätserklärung des Lieferanten (SDoC)
  • Kartierung gefährlicher Bereiche und Kennzeichnung an Bord
  • Unterlagen zur Unterstützung des Recyclings und Klassenkoordination
  • Unterstützung bei der „Ready for Recycling“-Zertifizierung, einschließlich der Koordination zur Ausstellung des internationalen „Ready for Recycling“-Zertifikats (IRRC), sofern zutreffend.

Kritisches Risiko: Wenn Flottenmanager die Identifizierung gefährlicher Stoffe (IHM Pat I, II und III) und die entsprechende Dokumentation bis zur Endphase der Betriebsdauer eines Schiffes hinauszögern, könnte die Branche in den kommenden Jahren mit erheblichen betrieblichen Engpässen konfrontiert werden.

Technische Auswirkungen der IMO-Entschließungen MEPC.379(80) und MEPC.405(83)

Mit der Verabschiedung der IMO-Entschließungen MEPC.379(80) und MEPC.405(83) wurden aktualisierte technische Leitlinien für die Erstellung und Pflege des Verzeichnisses gefährlicher Stoffe an Bord von Schiffen eingeführt. Die Leitlinien modernisierten mehrere kritische Aspekte der IHM-Entwicklung und optimierten die Transparenz über den gesamten Lebenszyklus:

  • Verbesserte Identifizierungsverfahren: Höhere Präzision bei aktiven Begutachtungen zur Erfassung von Altmaterialien.
  • Abstimmung der Beteiligten: Bessere strukturelle Verbindungen zwischen Schiffsbetreibern, Originalausrüstungsherstellern (OEMs), Lieferanten und Recyclinganlagen.
  • Aktualisierung der Grenzwerte: Modernisierte Referenzwerte für chemische und physikalische Grenzwerte für Gefahrstoffe.
  • Fokus auf den Lebenszyklus: Verschärfte administrative Anforderungen für die kontinuierliche Überprüfung bei baulichen Änderungen oder Reparaturen.

Weitere Änderungen, die 2025 durch MEPC.405(83) eingeführt wurden – und die die Grenzwerte für Cybutryne in Antifouling-Systemen erheblich verschärften –, zeigen, dass die IMO die praktische Umsetzung der IHM-Anforderungen weiter verfeinert, während die HKC weltweit in Kraft tritt. Diese Aktualisierungen werden sich unmittelbar in einer verstärkten Überprüfung bei Inspektionen durch den Flaggenstaat, bei Klassifikationsprüfungen, bei Genehmigungen für das Recycling sowie bei kommerziellen Transaktionen mit älteren Schiffen niederschlagen. Unvollständige oder veraltete Unterlagen führen zu direkten wirtschaftlichen Haftungsrisiken und Betriebssperren.

Warum eine frühzeitige IHM-Vorbereitung strategisch wichtig ist – und nicht nur eine regulatorische Anforderung

  • Vermeidung von Betriebsverzögerungen in letzter Minute

    Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach Recycling könnten Besichtigungsunternehmen, Labore und Klassifikationsgesellschaften mit einem hohen Arbeitsaufkommen konfrontiert sein. Eine frühzeitige Vorbereitung hilft Reedern, Marktengpässe zu vermeiden, die durch begrenzte Verfügbarkeit von Besichtigern, Verzögerungen bei Laboruntersuchungen und Rückstände bei der Zertifizierung verursacht werden.

  • Einfachere Erfassung von Informationen zu älteren Schiffen

    Bei alternden Schiffen wird die Erfassung von Maschinendaten, Isolierungsunterlagen, Kältemitteldaten, Handbüchern, Rohrleitungsspezifikationen, Beschichtungserklärungen und Gefahrstofferklärungen mit der Zeit immer schwieriger. Eine frühzeitige Vorbereitung verbessert die Genauigkeit der Dokumentation und reduziert Informationslücken bei den Besichtigungen.

  • Optimierte Recyclingplanung

    Durch die Pflege aktueller IHM-Dokumentation können Vermögensverwalter Recycling-Zeitpläne effizienter mit HKC-konformen Recyclinghöfen abstimmen. Dies unterstützt zudem eine reibungslosere Kommunikation zwischen Schiffsbetreibern, Barzahlern, Recyclingunternehmen und Klassifikationsgesellschaften.

  • Verbesserte Marktbereitschaft

    Schiffe mit aktueller IHM-Dokumentation und Recyclingbereitschaft profitieren von deutlich reibungsloseren geschäftlichen Transaktionen mit Barzahlern, Recyclingunternehmen, Finanziers, Versicherern und konformen Recyclinganlagen.

  • Geringerer Druck zur Einhaltung zahlreicher Vorschriften

    Die Schifffahrtsbranche sieht sich gleichzeitig dem Druck zur Einhaltung von EEXI, CII, EU-ETS, „FuelEU Maritime“ und Dekarbonisierungsvorschriften ausgesetzt. Eine Verzögerung bei der IHM-Vorbereitung verursacht unnötigen betrieblichen Stress, wenn Schiffe vor größeren Reparaturen, der Planung von Trockendockaufenthalten, Verkaufsentscheidungen oder Recyclingphasen stehen.

Aktuelle Marktprognosen und Recyclingtrends (mit Blick auf 2030)

Der Schiffsrecyclingmarkt steht vor einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Während die Frachteinnahmen in bestimmten Sektoren stabil bleiben, sehen sich alternde Flotten mit hohen Strafen bei Nichteinhaltung von Vorschriften und steigenden Betriebskosten konfrontiert. Umweltvorschriften und Vorgaben zur Dekarbonisierung beschleunigen die Flottenerneuerungsstrategien rasant. Branchenexperten erwarten, dass das Recyclingvolumen aufgrund folgender Faktoren historische Höchststände erreichen wird:

  • alternde globale Flotten, die modernisiert werden müssen
  • Strenger Druck zur Einhaltung der EEXI- und CII-Betriebsbewertungen
  • Steigende Treibstoffpreise, Strafen im Zusammenhang mit der Umstellung auf alternative Treibstoffe sowie technische Wartungskosten
  • Steigende Trockendockkosten und strukturelle Compliance-Verpflichtungen
  • Kohlenstoffreduktionsziele, das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) und die bevorstehenden „FuelEU Maritime“-Vorgaben

Geopolitische Spannungen, Unsicherheiten im Welthandel, Schwankungen der Stahlpreise, steigende Bunkerpreise und regionale Konflikte beeinflussen ebenfalls die wirtschaftlichen Entscheidungen hinsichtlich des Schiffsbetriebs und des Zeitpunkts der Verschrottung. Während einige Reeder das Recycling vorübergehend aufschieben, um die Frachteinnahmen zu beobachten, deuten langfristige Prognosen auf einen massiven Anstieg der Nachfrage nach Recycling hin. Folglich wird während der prognostizierten Übergangsphase der Branche bis zum Jahr 2030 ein internationaler Mangel an zertifizierten Gutachtern für Gefahrstoffe, Laborkapazitäten und Beratern für umweltfreundliches Recycling erwartet.

Regionale Recycling-Dynamik: Südasien und Europas aufstrebende Compliance-Zentren

Indien (weltweites Schiffsrecycling mit einem Anteil von 35,4 % im Jahr 2025) bleibt weiterhin ein bedeutendes globales Zentrum für Schiffsrecyclingaktivitäten. Moderne Werften in Alang (Indien) und große Anlagen in Chattogram (Bangladesch) haben massiv in die Modernisierung der Infrastruktur investiert, um die HKC-Standards zu erfüllen. Aktuelle Schifffahrtsberichte bestätigen, dass mehr als 110 Recyclingwerften in Indien und 23 Werften in Bangladesch ihren Betrieb vollständig modernisiert oder an die HKC-Konformitätsanforderungen angepasst haben.

Gleichzeitig stärkt auch die Türkei ihre Position auf dem europäischen Schiffsrecyclingmarkt, insbesondere durch Anlagen in Aliaga, die ihre Umwelt- und Betriebsstandards kontinuierlich verbessern, um EU- und HKC-konforme Recyclingaktivitäten zu unterstützen. Während Südasien voraussichtlich auf absehbare Zeit die weltweit dominierende Recyclingregion bleiben wird, wird die Türkei weiterhin eine strategisch wichtige Rolle für europäische Reeder spielen, die nach konformen regionalen Recyclinglösungen suchen

Matrix der wichtigsten Herausforderungen und Maßnahmenpläne

Um Engpässe systematisch zu überwinden, müssen die Beteiligten die primären betrieblichen Herausforderungen und die entsprechenden Abhilfemaßnahmen verstehen:

Betriebliche / Compliance-HerausforderungStrategischer Branchen-Aktionsplan
Mangel an qualifizierten Gutachtern und LaborsFrühzeitig langfristige Verträge mit zertifizierten IHM-Prüfunternehmen und Umweltlabors abschließen, um die Kapazitäten sicherzustellen.
Unvollständige historische Dokumentation bei alten SchiffenBeginnen Sie bereits Jahre im Voraus mit der Datenerfassung und der strukturellen Analyse; führen Sie bei fehlender Dokumentation Sichtprüfungen und Probenahmen durch.
Steigende Kosten für die Einhaltung technischer VorschriftenPlanen Sie das IHM-Lebenszyklusmanagement als laufenden Betriebsaufwand ein und nicht als einmalige Kostenverrechnung am Ende der Lebensdauer.
Kommerzielles Risiko für nicht konforme AnlagenVermeiden Sie Marktwertverluste oder Verkaufsblockaden, indem Sie aktiv und kontinuierlich von der Klassifikationsgesellschaft verifizierte IHM-Teil-I-Dokumente führen.

Technische Unterstützung und strategische Schlussfolgerung

Für Unternehmen, die sich mit der Erstellung von IHM-Unterlagen, Gefahrstofferhebungen und der Beratung im Bereich Schiffsrecycling befassen, erweitern sich die Marktchancen strukturell. Der effektivste Ansatz besteht in einem Paradigmenwechsel: der Förderung einer frühzeitigen Erstellung von IHM-Teil I im Rahmen des Routinebetriebs, der Etablierung einer transparenten Koordination der Probenahmen sowie der Unterstützung von Managern bei Klassifikations- und Flaggenprüfungsverfahren.

Die Schifffahrtsbranche tritt in eine entscheidende Ära ein, in der umweltverträgliches Recycling keine alternative Option mehr ist, sondern eine grundlegende Voraussetzung für den Betrieb. Reeder sollten sicherstellen, dass die vollständigen IHM-Unterlagen, einschließlich der Teile I, II und III, rechtzeitig vorbereitet und eingereicht werden, bevor die Recyclingmaßnahmen beginnen. Dadurch werden ein reibungsloses Compliance-Management gemäß den Leitlinien der IMO-Resolution MEPC.196(62), ein Höchstmaß an wirtschaftlicher Flexibilität sowie eine drastische Entlastung des Betriebs gewährleistet, wodurch potenzielle Engpässe im Rahmen des zu erwartenden Compliance-Drucks der Branche bis zum Jahr 2030 umgangen werden.

Öffentliche und behördliche Referenzen

  • Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) – Offizielle Resolutionen und Rahmenwerke
  • IMO-Entschließung MEPC.379(80) – Leitlinien für die Erstellung des Verzeichnisses gefährlicher Stoffe (IHM) für das Jahr 2023
  • IMO-Entschließung MEPC.405(83) – Änderungen des IHM-Rahmenwerks für 2025
  • IMO-Entschließung MEPC.196(62) – Technische Standards und Leitlinien für die Erstellung des Schiffsrecyclingplans (SRP)
  • Offizielle Website von BIMCO – Analyse des Flottenrecyclings und Marktprognosen
  • Hongkonger Internationales Übereinkommen über das sichere und umweltverträgliche Recycling von Schiffen
  • SAFETY4SEA Maritime Intelligence & News
  • Marine Insight – Fachpublikation für die Schifffahrt

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